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Fragen & Antworten zur Psychoanalyse nach Freud und Lacan

Wirkung der Psychoanalyse

F: Wie wirkt Psychoanalyse?


A: Psychoanalyse wirkt einzig und allein durch Sprechen. Deshalb bezeichnet man sie auch als "talking cure". Mit Psychoanalyse kann man all das erreichen, was man mit Sprechen erreichen kann. Mit Sprechen kann man nicht alles erreichen, nicht alles heilen. Die Psychoanalyse ist keine Heilslehre und kein Allheilmittel.


Wirksamkeit der Psychoanalyse

F: Die Wirksamkeit der Psychoanalyse wird immer wieder angezweifelt. Sie lässt sich mit wissenschaftlichen Methoden nicht beweisen.


A: Die Psychoanalyse in der Tradition von Freud und Lacan ist nicht wissenschaftsfeindlich. Im Gegenteil. Sie hat jedoch ihre eigenen Kriterien für die Wirksamkeit und das Gelingen einer Analyse entwickelt.

Tatsache ist, dass sich die Psychoanalyse immer wieder allen psychotherapeutischen Verfahren – von denen, mit Ausnahme der Verhaltenstherapie, die meisten ja von ihr abgeleitet sind – als überlegen erwiesen hat. Ob eine Analyse aber gelingen wird, gelingt oder gelungen ist, darüber entscheidet einzig und allein der Analysant.

Es gibt deshalb keine Garantie dafür, dass eine Analyse "erfolgreich" verläuft. In der Regel ist ihre Wirkung aber nachhaltiger und "effizienter" als bei jeder so genannten "Psychotherapie" (mehr dazu unter "Links").


Verhältnis zu Psychologie und Psychiatrie

F: In welchem Verhältnis steht die Psychoanalyse zu Psychologie und Psychiatrie?

A: Es ist ein populäres Missverständnis, zu glauben, Psychoanalyse, Psychologie und Psychiatrie hätten den gleichen Gegenstand, die "Psyche". Das ist jedoch keineswegs so. Psychoanalyse hat mit Psychologie und Psychiatrie allenfalls historisch etwas zu tun. Psychoanalyse wirkt durch völlig andere Mittel als Psychologie oder Psychiatrie. Psychoanalyse arbeitet weder mit einem Krankheitsbegriff noch mit einem Gesundheitsbegriff. Ihr Begriff von Heilung unterscheidet sich radikal von dem, was in Psychologie oder Psychiatrie darunter verstanden wird.


Psychoanalyse und Neurowissenschaften


F: Es wird immer wieder behauptet, dass die Psychoanalyse durch die Neurowissenschaften abgelöst und überflüssig gemacht wird.


A: Mit den Neurowissenschaften verhält es sich zunächst so wie mit der Psychologie und der Psychiatrie. Sie haben einen völlig anderen Gegenstand als die Psychoanalyse und arbeiten mit völlig anderen Mitteln. In den Neurowissenschaften geht es darum, wie das Gehirn funktioniert. Das ist für die Psychoanalyse nur insoweit wichtig, als dabei auch untersucht wird, wie Sprechen wirkt. Die Neurowissenschaften - Stichwort: "Plastizität des Gehirns" - bestätigen im übrigen die verändernde Rolle des Sprechens, wie sie die Psychoanalyse versteht. Das wird auch von immer mehr Neurowissenschaftlern inzwischen anerkannt. Unter "Links" habe ich dazu einige Websites zusammengestellt.

Hirnphysiologische oder neurologische Veränderungen während oder nach einer Analyse, wie sie mit bildgebenden Verfahren festgestellt werden können, sind freilich kein Beweis für deren "Erfolg". Über "Erfolg" oder "Misserfolg" einer Analyse entscheidet nur der Analysant.

Es ist nicht auszuschliessen, sondern zu erwarten und auch wünschenswert, dass die Neurowissenschaften zur Entdeckung von chemischen, pharmakologischen oder auch chirurgischen Therapien beitragen. Mit solchen Therapien lässt sich jedoch nicht das behandeln und bewirken, was in der Psychoanalyse mit Sprechen behandelt und bewirkt werden kann.



Freud und Lacan

F: Ihre Website heisst "Psychoanalyse nach Freud und Lacan". Warum?


A: Es geht darum, dass man meine Website und damit mein Angebot im Internet mit Suchmaschinen finden kann.

Das Wichtigste ist dabei natürlich der Begriff "Psychoanalyse". Die Namen Freud und Lacan geben einen Hinweis auf meine Orientierung. Ich praktiziere die Psychoanalyse so wie Freud und Lacan sie gelehrt und praktiziert haben. Wer möchte, kann sich kundig machen, was das bedeutet. Es gibt ja unterschiedliche psychoanalytische Richtungen und Schulen. Durch die Nennung von Namen mache ich deutlich, in welche Richtung meine Arbeit geht. Wem diese Namen bereits etwas sagen und wer gezielt nach einem Analytiker sucht, der sich an Freud und Lacan orientiert, wird durch die Benennung meiner Homepage schneller fündig.

Nach Freud und Lacan heisst freilich auch, dass die Psychoanalyse heute bestimmten Entwicklungen Rechnung tragen muss, die zur Zeit Freuds oder Lacans noch keine Rolle gespielt haben, etwa den digitalen Medien, Smartphones, dem Internet.

Freud und Lacan, das sind ansonsten die beiden Psychoanalytiker, von denen ich, was die Psychoanalyse angeht, am meisten gelernt habe. Freud hat die Psychoanalyse entdeckt, er hat sie, wenn man so will, "erfunden". Lacan hat sie nach Freud und im Anschluss an ihn am weitesten, am konsequentesten und am konsistentesten weiterentwickelt. Er hat vor allem versucht, viele Fehlentwicklungen, die eingetreten waren, zu korrigieren. Schon zu Freuds Lebzeiten haben viele einflussreiche Psychoanalytiker und Psychoanalytikerinnen eine von seiner abweichende Auffassung von Psychoanalyse vertreten und sie auch anders praktiziert als er. Lacan steht einerseits für eine Rückkehr zu Freud und andererseits für ein permanentes Überprüfen und Messen der psychoanalytischen Theorie und Praxis an ihren eigenen Massstäben. Mit der Benennung meiner Homepage mache ich deutlich, dass andere Analytiker oder Analytikerinnen und die sich auf sie berufenden Vereinigungen und Schulen für meine psychoanalytische Praxis weniger bedeutsam sind.

Lacan habe ich im übrigen auch früh schon übersetzt und auf Deutsch mit herausgegeben.

Ein dritter Autor, dessen Arbeiten ich sehr viel verdanke, ist der englische Psychoanalytiker Adam Phillips.

Schliesslich sei in diesem Zusammenhang auf den französischen Philosophen Jacques Derrida hingewiesen, der sowohl für meine theoretische Position als auch für meine psychoanalytische Praxis eine grosse Rolle spielt. Als ein "Freund der Psychoanalyse" ist Derrida der Philosoph der der Psychoanalyse am nächsten war, zugleich ihr gegenüber aber jene Zurückhaltung und Distanz gewahrt hat, die für eine gegenseitige kritische Befragung unverzichtbar sind. Zudem gleicht Derridas Umgang mit philosophischen Texten und Themen sehr dem, was in der Psychoanalyse unter "Deutung" verstanden wird.

Psychoanalyse online

F: Sie bieten an, Psychoanalyse auch online oder telefonisch zu machen?

A: Ja. Wie gesagt, die Psychoanalyse ist eine Praxis des Sprechens, sie wirkt einzig und allein durch das Sprechen - und durch das Hören. Sprechen und Hören kann man auch online oder telefonisch. Ich sehe keine prinzipielle Notwendigkeit, dass sich Analysant und Analytiker körperlich in ein und demselben Raum aufhalten müssen. Sie müssen beide in der psychoanalytischen Sitzung anwesend sein. Diese Sitzung kann jedoch auch online oder telefonisch stattfinden. Es gibt Analysanten, die an anderen Orten, manchmal weit entfernt, wohnen oder die viel unterwegs sind. Trotzdem können sie ihre Sitzungen machen und brauchen dazu nicht jedesmal zu mir in meine Praxis zu kommen. Im Einzelfall wird man das ausprobieren. Man kann das sicher nicht in jeder Umgebung machen, sondern braucht dazu Ruhe und einen Ort, der beispielsweise nicht zu viel Ablenkung bietet. Und gewiss wird man sich zu Beginn einer Analyse, zu den so genannten Erstgesprächen, und hin und wieder auch während der Analyse treffen und sprechen müssen. Sicher, eine Online-Analyse ist anders als eine Analyse in der Praxis. Das Wesentliche, der Kern dessen, was Psychoanalyse ausmacht, dass sie nämlich eine „talking cure" ist, das ist unverzichtbar und wird bei einer Online-Analyse bewahrt. Alles in allem habe ich damit sehr gute Erfahrungen gemacht.



 
 
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